„Gegen Arbeitslosigkeit sind 1000 Kräuter gewachsen.“

Im heutigen Blogpost möchte ich euch die niederösterreichische Firma Sonnentor, bekannt durch hochwertige Gewürze und Kräutertees, vorstellen. Bereits zum zweiten Mal besuchte ich den heimischen Betrieb und ich bin noch immer total begeistert von der Firmen-Philosophie, die durch den Gründer Johannes Gutmann ins Leben gerufen wurde. Kurz zur Geschichte: Alles begann damit, dass Johannes Gutmann Waldviertler war und dies auch bleiben wollte. Der damals gängige Weg: weg vom Waldviertel in Richtung Stadt. Das war aber so gar nicht der Wunsch von Johannes Gutmann. Dieser wollte im Waldviertel bleiben, dort arbeiten und leben. In den 1980er Jahren machte man sich um die Nahrung nicht so viele Gedanken.

Gutmann hatte jedoch so ein Gespür, dass der biologische der beste Weg für die Gesundheit, die Umwelt und unsere Zukunft ist. Und so hatte er eine Idee, die keinesfalls mit offenen Armen noch mit großer Begeisterung aufgenommen wurde. Regionale Produkte zusammen unter einem Dach und dem Namen Sonnentor vertreiben? Seine „Schnapsidee“ wurde anfangs noch belächelt, diese Reaktionen hinderten Gutmann aber nicht daran, seinen Traum zu erfüllen und so besuchte der damals 23-jährige als Einmann-Unternehmen mit seinen Kräutern verschiedene Bauernmärkte. Nach und nach konnte er einige Bauern für sein Kräuterunternehmen gewinnen und von seiner einmaligen Idee überzeugen. Mittlerweile gehören über 200 Bauern zur Sonnentor-Familie. Neben den erstklassigen Bio-Produkten halfen ihm seine Markenzeichen, eine uralte Lederhose, eine runde rote Brille und die roten Waldviertler Schuhe, beim Durchbruch.

 


Einige Facts:
  • 700 verschiedene Produkte
  • 300 Mitarbeiter in Österreich
  • 170 Mitarbeiter in der Tochterfirma in Tschechien
  • 80 freie Dienstnehmer
  • Verpackung zu 80 % aus nachwachsenden Rohstoffen
  • Verkauf in 50 Länder weltweit

 


Vom „Spinner“ zum Visionär

Wer hätte gedacht, dass es Johannes Gutmann, der „Spinner“, als Einmann-Unternehmer einmal so weit bringen wird? Gott sei Dank gibt es solche Spinner, denn gerade im Waldviertel spielt Arbeitslosigkeit eine wichtige Rolle! Gutmann ist außerdem kein Chef wie viele andere, und Sonnentor auch keine Firma wie jede andere, bei der es um Gewinnmaximierung geht und bei der die Mitarbeiter nur Räder sind, die zu funktionieren haben. Für die Mitarbeiter von Sonnentor in Sprögnitz wird vier Mal pro Woche frisches Essen, bestehend aus einer Suppe und einer Hauptspeise, kostenlos gekocht (am Freitag nicht, denn da hören alle Mittags auf zu arbeiten). Auch vegetarische Speisen werden für die Mitarbeiter frisch zubereitet. Gemeinsam isst die Sonnentor-Familie dann auf Heurigentischen – „jeder mit jedem“ – die Mitarbeiter pflegen einen wertschätzenden und respektvollen Umgang miteinander, auch mit ihrem Chef Johannes Gutmann. Ein weitere außergewöhnliche Sozialleistung ist das Sonnenscheinchen, die Kinderbetreuung von Kindern der Mitarbeiterinnen, die im Alter von ein bis sechs Jahren sind. Durch diese besondere Sozialleistung werden Familie und Beruf harmonisch vereint.

 


Meine Meinung

Ich könnte noch stundenlang über dieses tolle Unternehmen berichten, aber am besten ist es, ihr setzt euch ins Auto und besucht Sonnentor und überzeugt euch selbst! Die Betriebsführungen werden von Pensionisten durchgeführt, die einem die Firmenphilosophie einmalig näher bringen. Josefine, die uns durch den Betrieb führte, hat uns gesagt:

„Der Johannes, der meint, dass man altes nicht immer gleich wegschmeißen muss. Deshalb werd‘ ich jetzt auch fürs viele Reden bezahlt.“

 


Am besten ihr startet euren Tag in Sprögnitz mit einem köstlichen, saisonalen Mittagessen in der Leibspeis und einem anschließenden Tee in der Teezeit und nehmt danach um 14:30 an der Betriebsführung teil. Mit der NÖ-Card dürft ihr euch die Firma sogar so oft ihr wollt gratis ansehen! Nach der Führung könnt ihr gemütlich das Geschäft erkunden und am besten einen Korb voller Produkte (so wie ich) mit nach Hause nehmen.

Viel Spaß beim Ausflug nach Sprögnitz!