Wir alle verbringen die Festtage am liebsten im Kreis von Familie und den engsten Freunden. Das dies nicht für alle Menschen möglich ist, ist leider nichts Neues. Viele Menschen sind alleine und einsam und ich denke, besonders an Weihnachten wird man oft von dem alleine-sein-Gefühl übermannt. Arme und bedürftige Menschen können es sich zusätzlich häufig gar nicht leisten, Weihnachten zu feiern. Lange ist es her, aber ich kann mich auch heute noch sehr gut an meine selbstgeschriebenen Wunschzettel ans Christkind erinnern. Meistens fiel es mir sehr schwer, da ich – ich bin ganz ehrlich – alles hatte und noch immer habe. Mir hat es nie an etwas gefehlt. Daran zu denken, dass sich Kinder sehnlichst die „einfachsten“ Dinge wünschen, wie zum Beispiel ein kleines Büchlein oder eine warme Winterjacke macht mich nachdenklich und traurig.

Ich finde es erschreckend, dass vergangenes Jahr ca. 3200 Einzelpersonen Notschlafplätze und Winterquartiere genutzt haben, darunter 43 Familien mit Kindern, deren Anzahl weiter steigt. 3200 Menschen, die kein fixes Dach über dem Kopf haben. Wie viele Menschen da draußen sind, die keinen Schlafplatz mehr bekommen haben, möchte ich eigentlich lieber gar nicht so genau wissen…

Es sind nicht mehr nur die klassischen „Sandler“, also wohnungslose, ältere Männer mit zerschlissener Kleidung und Rauschebart, sondern auch junge Menschen und Frauen, die von Wohnungslosigkeit betroffen sind. Quelle www.gruft.at

 

Obdachlosigkeit hat viele Gesichter

Ich muss zugeben, ich habe früher auch anders über die sogenannten „Sandler“ gedacht, bis ich dann in der Adventzeit mit meiner Schulklasse in der Gruft in Wien gekocht habe. Seitdem hat sich meine Denkweise um 180 Grad gedreht. Ich denke, dass man sich womöglich erst in die Situation eines Obdachlosen hineinversetzen kann, wenn man „auf Augenhöhe“ mit einer Geschichte und einer Person konfrontiert wird. So ist es mir zumindest ergangen.

Auf der Straße leben nur Leute, die versagt haben, die faul sind und stinken. Es ist nicht lange her, dass ich selber solche Gedanken hatte. Doch heute sage ich eines: Wer so denkt, soll einmal einen Tag und eine Nacht mit mir auf der Straße verbringen und sich anhören WARUM manche Menschen auf der Straße sind. Denn es kann jeden treffen. – Klient der Gruft, Quelle www.gruft.at

 

Weihnachten: wenn man mehr hat, als man braucht…

Ja, es kann jeden treffen und oft geht es schneller als man denkt. Wer diesen Beitrag gerade auf seinem Laptop, PC, Smartphone, iPad oder sonstigen Geräten liest, dem fehlt es vermutlich, so wie mir, auch an nichts. Wir haben alle viel mehr, als wir eigentlich brauchen, also finde ich es eine tolle Idee, denjenigen etwas zu geben, die nicht so viel, bzw. oft wirklich nichts mehr haben. Natürlich nicht nur dann, aber für mich ist besonders die Vorweihnachtszeit, eine Zeit, in der ich mir oft über diese Dinge und Tatsachen Gedanken mache. Auf dieser Seite findet man eine Liste mit Dingen, die gerade/immer benötigt werden. Dringend gesucht werden aktuell:

  • Waschbare Wolldecken, ganz dringend!!!
  • Taschentücher
  • Herrensocken, dunkle Farben, normale Länge, keine Stutzen, Gr. 40-46
  • Herrenunterhosen, Slips und Boxershorts, dunkle Farben, alle Größen
  • Fleisch- und Fischdosen, Gulasch, Sugo, Chilli, Bohnen- und Gulaschsuppe, Ravioli, Dicksaft
  • Gebrauchte Schlafsäcke

Es ist Weihnachten, für uns die Zeit der Freude, des Schenkens und der Dankbarkeit. Auch wenn Weihnachten immer mehr zu einem kommerziellen Fest wird, sollte man den eigentlichen Sinn dahinter nicht vergessen. Warum sollten wir also nicht die Chance nutzen und anderen Menschen eine kleine Weihnachtsfreude bereiten?

Wenn du mehr hast, als du brauchst, dann baue dir
einen größeren Tisch und keinen höheren Zaun.

 

By the way: ich weiß, diese Fotos passen eigentlich überhaupt nicht zum Thema. Ich hatte aber gerade keine anderen und wollte diesen Beitrag trotzdem veröffentlichen, da er mir sehr am Herzen liegt. Die Fotos gefallen mir außerdem auch sehr gut und ich wollte sie sowieso noch herzeigen.

 
Weihnachten: bewusst feiern