Ich gelange zu Beginn eines neuen Jahres, oft noch innerhalb der ersten Woche, irgendwann an den Punkt, an dem ich auf das letzte Jahr zurück blicke, nochmal alles reflektiere – Geschehnisse, Begegnungen, Gefühle und über gewisse Fehler lache oder mich sogar noch jetzt darüber ärgere. Genau an diesem Punkt befinde ich mich gerade. Ich habe im Jahr 2017 viel erlebt und einige Dinge gelernt, von denen ich euch in diesem Beitrag erzählen möchte.

Though no one can go back and make a brand new start
anyone can start from now and make a brand new ending.

 


Das habe ich im vergangenen Jahr gelernt:

 

« Ehrlichkeit währt am längsten »

So ein einfacher Satz, so oft gehört und trotzdem ist er noch immer nicht 100%-ig in mein Gehirn gesickert. Langsam lerne ich aber, einfach das zu sagen, was ich mir wirklich denke. Ich möchte dabei natürlich niemanden beleidigen und werde trotzdem weiterhin alles höflich verpacken. Werde ich gefragt, ob ich zum Basketballspiel von Person X zuschauen komme, das mich so interessiert, als würde in China gerade ein gelbes Rad umfallen, dann traue ich mich – langsam aber sicher – nein zu sagen. Komme ich mal wieder meine obligatorischen 20 Minuten zu spät, dann suche ich keine unnötigen Ausreden mehr, sondern sage einfach, dass ich mal wieder den ganzen Tag vertrödelt habe und zu spät damit begonnen habe, mich ausgehfertig zu machen. Das ist zwar blöd, ändern kann ich die Tatsache aber im Nachhinein leider auch nicht mehr. An dem Zuspätkommen-Problem arbeite ich übrigens stark.

« Manchmal bin ich gerne allein »

Ich liebe es, in Gesellschaft zu sein. Egal ob mit einer Freundin oder meiner Mama beim Shoppen, beim Essen mit meinen Mädels, beim Wandern mit meinem Freund, beim Sonntagsausflug mit meiner Familie … ich bin einfach gerne unter Leuten. Was ich aber 2017 gelernt habe ist, dass ich auch sehr gerne alleine bin. Und mit alleine meine ich auch wirklich komplett alleine. Die sogenannte Me-Time ist für mich unglaublich entspannend. Egal ob ich alleine durch den Wald spazieren gehe oder alleine meine Lieblingsserie auf Netflix schaue. Sich Zeit für sich selbst nehmen ist absolut keine Schande.

« Where focus goes, energy flows »

Ich habe oft  versucht, mich für verschiedenste Dinge zu begeistern. Sei es eine gewisse Sportart, eine Sprache oder sonstiges. In der Schule habe ich versucht, mich für Mathe zu begeistern. Ich wollte in diesem Fach gut sein. War ich aber nie, werde ich nie sein. Mathe liegt mir einfach nicht. Nehme ich hingegen meine Kamera in die Hand, dann kann ich schöne Fotos machen. Dafür interessiere ich mich, das kann ich gut. Beginne ich einen Blogpost über ein Thema, das mich bewegt, zu schreiben – zack, habe ich mehrere hundert Wörter beisammen. Ich schreibe gerne, das kann ich. Was man gerne macht, macht man automatisch besser, als Dinge, mit denen man sich nur herumquält, da sie einem nicht liegen. Klar besteht das Leben nicht nur daraus, man muss sich mit Aufgaben plagen, die einem nicht gefallen. Im Ausgleich dazu sollte man sich aber öfter auf die Dinge konzentrieren, die einem Spaß machen.

« Find your tribe, love them hard »

Ich habe im vergangenen Jahr gelernt, welche Menschen mir gut tun und welche nicht. Es ist unglaublich befreiend, sich damit abzufinden, dass man eben nicht jeden mögen bzw. nicht von jedem gemocht werden kann. That’s life! Und wenn’s der Susi nicht passt, dass ich sie heuer nicht zu meinem Geburtstag einlade, da ich ihn nur mit meinen engsten Freunden feiern möchte – dann passt es der Susi halt nicht!

« Zweifel zerstören mehr Ideen…

… als jeder Fehler. » Ich zweifle leider ständig an mir. Eine Eigenschaft, auf die ich nicht stolz bin. Selbstzweifel und der Vergleich mit anderen, das sind zwei Dinge, die mich unheimlich einschränken. Lange Zeit habe ich mich stark mit anderen Menschen verglichen.  „Warum hat Pia eigentlich immer so teure Taschen und ich nicht?“, „Warum schreibt Lisa immer bessere Noten als ich, ohne dafür zu lernen?“, „Schaffe ich es, diese und jene Aufgabe gut zu machen?“, „Bin ich dafür überhaupt geeignet?“, „Findet Person X das wirklich gut oder sagt sie das nur aus Höflichkeit?“. Diese Art zu denken ist nicht nur unglaublich unnötig, sondern auch sehr anstrengend und belastend.

« Auf den Körper ist Verlass »

Dieser Punkt ist jetzt womöglich etwas TMI (too much information), aber ich halte mich kurz. Ich habe im vergangenen Jahr gemerkt, dass sich mein Körper nun sofort bemerkbar macht, wenn ihm mein Umgang mit ihm nicht gefällt. Wie merke ich das? Ich trinke einfach viel zu wenig. Lange Zeit hatte ich dadurch nie sonderliche Probleme, bzw. hatte mich an die Probleme, die ich dadurch hatte, schon gewöhnt. Vergangenes Jahr hat sich mein Körper aber endgültig gerächt. Wie? Mit zwei Nierenbecken- und der ein oder anderen Blasenentzündung. Jeder, der schon mal ein Problem mit den Nieren hatte, der weiß, dass es sich dabei um unglaubliche Schmerzen handelt. Die Blasenentzündungen fand ich hingegen ja noch „harmlos“, wobei vermutlich auch jeder weiß, wie unangenehm solche Entzündungen sind. Trinke ich nur einen einzigen Tag zu wenig, so merke ich am nächsten Tag sofort die Folgen. Welche das sind, das verrate ich euch jetzt lieber nicht (da wären wir beim TMI), es genügt ja, wenn ich selber weiß, worum es sich handelt.

« Die Übeltäter namens Gefühle »

Ich bin kein Mensch, der seine Gefühle oft zeigt. Das liegt vielleicht daran, dass ich schon immer sehr introvertiert war/bin. Oft wirkt es, als wäre ich herzlos, dabei ist das aber bestimmt nicht der Fall. Kommt es mal zu einem Gefühlsausbruch, dann nach dem Motto „ich mache keine halben Sachen“. Ich kann Rotz und Wasser weinen und mich stundenlang in eine Sache reinsteigern. Natürlich aber auch umgekehrt, ich kann mich ewig über Dinge freuen und diese Freude auch zeigen. Wenn ich im letzten Jahr etwas gelernt habe, dann ist es, dass man Gefühle nicht lenken kann. Sie kommen und gehen, wie sie wollen. Man kann zwar versuchen, die Übeltäter aufzuhalten, wird dabei aber scheitern. Man kann versuchen, der Vernunft zu folgen. Am Ende werden aber trotzdem die Gefühle stärker sein als jede Vernunft und gewinnen. Man kann sie weder kontrollieren, noch verstecken. Man sieht sie vielleicht als einziger nicht – wahrscheinlich weil man sie nicht sehen will. Irgendwann überfallen dich die Übeltäter aber total unvorbereitet. Gefühle sind für mich die allerstärkste Macht, die es gibt. Stärker als du, stärker als ich, stärker als wir alle.