Im Oktober 2016 habe ich bereits einen winzigen Bratislava-Travel-Guide zusammengestellt. Damals wusste ich aber noch nicht, wie’s geht haha. Was ich aber schon damals wusste ist, dass mir die Stadt sehr gut gefällt. Deshalb war ein weiterer Besuch nie ausgeschlossen. Vergangenen Montag war es endlich so weit. Gemeinsam mit meiner Mama bin ich mit dem Flixbus von Wien nach Bratislava gefahren. Man fährt nur eine knappe Stunde und die Fahrt kostet (je nach Uhrzeit) ca. 7,50 Euro pro Person und pro Richtung. Ich finde es praktisch, mit dem Bus zu verreisen, da man sich im Ausland nicht um Parkplätze und sonstiges umschauen muss und einfach sofort mit dem Erkunden der Stadt beginnen kann. Natürlich sollte man die Bus-Rückreise rechtzeitig abchecken, was ich ein bisschen versemmelt habe und deshalb erst später als ursprünglich geplant zuhause war, hehe. Aber halb so schlimm.

 

 

Altstadt

In Bratislava angekommen ging es vom Busbahnhof an der Most SNP , der Brücke des Slowakischen Nationalaufstandes, direkt in die Altstadt. Der größte Vorteil einer Städtereise nach Bratislava: man kann so gut wie alle Sehenswürdigkeiten der Stadt zu Fuß abklappern. Die Altstadt kann man beispielsweise in ungefähr einer Stunde sehr gut zu Fuß bewältigen. Wir sind insgesamt 15 Kilometer gelaufen.

Čumil

Beim Spazieren durch die Altstadt, gleich gegenüber vom Čumil , der Statue, die aus dem Kanaldeckel schaut, bin ich quasi in die Juice Factory gestolpert. Vor der Statue findet man Touristen EN MASSE, die sich extra anstellen, um Fotos zu machen. Es soll Glück bringen, wenn man den Kopf der Statue berührt. Ich kannte die Statue schon von meiner letzten Reise und hab sie daher diesmal nur von der Ferne, bzw. der Juice Factory aus betrachtet. Also zurück zum Thema JF (priorities!) Meine Mama war auf der Suche nach einem Schlüsselband, wir sind deshalb einfach in irgendein Souvenirgeschäft gegangen. Hat sich heraus gestellt, dass die Juice Factory mit dem Souvenirladen verbunden war. Ich bin ein riiiesen Juice Factory Fan, da es den Shop in der SCS schon lange nicht mehr gibt, habe ich mich umso mehr gefreut, in Bratislava endlich mal wieder meinen Lieblings-frischgepressten Saft zu trinken.

Bratislava Juice Factory

 

Streetart & Blaue Kirche

Vom Čumil bzw. dem „man at work“ ging es weiter durch die kleinen Gassen, in Richtung Kamenné námestie  . In diesem Teil der Stadt findet man  Streetart an den Wänden einiger Häuser. Von dort aus sind es dann nur mehr ein paar Gehminuten hin zur Kirche der Heiligen Elisabeth von Ungarn. Diese ist zwar kein Geheimtipp mehr, wird aber oft gerne übersehen, da sie ein wenig abseits der Altstadt liegt. Die Kirche wird übrigens auch Blaue Kirche genannt, warum wohl?

 

Michaelertor & Burg Bratislava

Gesehen haben muss man auch die Burg Bratislava , die man ebenfalls (mehr oder weniger) bequem zu Fuß erreichen kann. Beim Weg zur Burg sind wir durch das bekannte Michaelertor gegangen. Dabei handelt es sich um das einzige erhalten gebliebene Tor der mittelalterlichen Stadtbefestigung von Bratislava. Das Michaelertor zählt zu den ältesten Gebäuden Bratislavas. Der Weg zur Burg lohnt sich auf jeden Fall, denn von hier aus hat man eine tolle Aussicht auf die Stadt. Man findet dort natürlich auch einige Instagram-Couples, beziehungsweise Instagram-Husbands und kann sie bei der Arbeit betrachten. Finde ich immer wieder witzig zu beobachten, because I CAN RELATE TO THAT, haha.

 

Botanischer Garten

Da ich mit meiner Mama unterwegs war, die beruflich und leidenschaftlich Floristin und Gärtnerin ist, wollte sie sich unbedingt den Botanischen Garten ansehen. Für den „depatn Goatn“, so meine Worte, habe ich einen kleinen Umweg auf mich genommen. Wobei zugegeben, Umweg war es ja eigentlich keiner, es musste nur die Haltestelle der Buslinie 29 gefunden werden. Dies stellte sich als schwieriger heraus, als gedacht. Nach mehrmaligem Nachfragen am Busbahnhof und total unfreundlichen Antworten von Busfahrern und Trafikanten, wurde die Haltestelle doch noch gefunden. War im Prinzip eh genau vor unserer Nase, aber wenn man es nicht weiß, tut man sich trotzdem schwer. Viele sprechen nur sehr schlecht Englisch oder wollten einfach nicht mit uns reden, was die Kommunikation natürlich nicht gerade erleichtert. Mit dem Bus fährt man nur ca. 8 Minuten zu den Gärten. Der Fußweg dauert jedoch knapp 40 Minuten (pro Richtung!), weshalb wir natürlich fahren wollten.

Der Eintritt kostet 3 Euro pro Person und der Garten hat von 9 bis 18 Uhr geöffnet. Wir waren um ca. 17:15 dort und haben netterweise gar keinen Eintritt mehr bezahlt. Die Themengärten sind schön anzusehen und man kann gemütlich durchspazieren. Fällt mir direkt schwer, mir das hier vor meiner Mama einzugestehen, haha. (Sorry Mama, kennst meine Spinnerei ja eh, Bussi Bussi). Leider befindet sich eine viel befahrene Straße unmittelbar daneben und man hört den Verkehr sehr stark. Für Blumenbegeisterte ist der Botanische Garten aber bestimmt dennoch einen Besuch wert. Zurück habe ich die Straßenbahn genommen, das war eigentlich ganz einfach und man zahlt nur 0,70 Euro pro Fahrt. (vorausgesetzt, ich habe das richtige Ticket gelöst , haha)

 

Spazieren entlang der Donau

Nach dem Besuch der Gärten bin ich wieder an der Most SNP ausgestiegen und habe die Brücke überquert, um ans andere Donauufer zu gelangen. Ich wollte dort zu einer Strandbar und bin locker 25 Minuten zu Fuß hingelatscht. Und dann? Konnte ich den LKWs  dabei zuschauen, wie sie gerade den Sand für die Bar aufschütteten, die – na no na net – noch nicht geöffnet hatte, haha. Ich bin so verwöhnt von den Wiener Strandbars, dass ich gar nicht daran gedacht habe, dass die Strandbar hier in Bratislava noch nicht geöffnet haben könnte. Bei meinem nächsten Besuch werde ich der Bar aber defintiv einen Besuch abstatten, da sie auf Fotos im Netz richtig gemütlich aussieht. Die Strandbar heißt übrigens Magio Beach. Das Spazieren entlang der Donau ist aber total nett, war also gar nicht so schlimm, dass ich den Weg quasi umsonst gegangen bin.

 

Ufo & Most SNP

Vor allem weil ich am anderen Donauufer dann die Aussichtsplattform am Ufo Turm besucht habe. Von dort aus habe ich mir den Sonnenuntergang angesehen. In 90 Metern Höhe befindet sich eine 360 Grad Aussichtsplattform, eine Bar und ein Restaurant. Das Ufo kann über die Most SNP von der Innenstadt aus in wenigen Gehminuten erreicht werden Mit einem Lift und über ein paar Stufen erreicht man die Aussichtsplattform in wenigen Minuten. Danach habe ich in der Bar eine total leckere Thymian-Zitronen Limonade getrunken, die mich vom Preis her gar nicht geschreckt hat. Ich habe erfahren, dass die Bar relativ „normalpreisig“ ist. Das Restaurant, das gleich nebenan und nur durch eine kleine Absperrung getrennt liegt, soll aber recht teuer sein. Der Besuch des Ufo Turms kostet 7,40 Euro pro Person.

 

Tipp: geht dort oben unbedingt aufs WC! Blöder Tipp eigentlich, ich weiß, haha. Aber ich war wirklich überrascht, denn auch von dort aus hat man einen witzigen Ausblick über die Stadt und mit einem Panoramaklo rechnet man eher weniger. 😛

Vermutlich hätte ich die Einteilung besser durchdenken sollen, denn nach den WC-Bildern geht es nun direkt weiter mit dem Essen. uuuups, haha.

 

Hunger & Durst

Mit mir zu verreisen ist, denke ich, kein Zuckerschlecken. Ich habe gefühlt alle fünf Minuten Hunger und möchte immer in Lokale gehen, die sich auf Fotos für den Blog gut machen. Was natürlich eigentlich total dumm ist, da man bei einer Auslandsreise ja eigentlich eher Lokale wählen sollte, die landestypische Gerichte anbieten. Ich bin einfach ein viel zu großer Fan von hippen Szenelokalen. In Zukunft möchte ich aber weniger darauf achten, sondern mehr nationale Speisen probieren. Auch wenn das Lokal nicht so instagram- und blog-friendly ist, wie ich es mir vielleicht wünschen würde. Während meines Aufhalts habe ich einige tolle Lokale besucht, die da wären…

Bistro St. Germain

Stellt euch vor, ihr betretet ein Lokal und habt sofort das Gefühl, ihr steht mitten in Hogwarts. So ist es mir bei meinem Besuch im Bistro St. Germain gegangen. Fragt mich nicht wieso, denn die Einrichtung ist eigentlich im französischen Stil gehalten. Vielleicht liegt es einfach an der überdimensionalen Bücherwand, vor der wir einen Platz bekommen haben. Ich denke, nicht umsonst ist dieses Bistro eines der beliebtesten in ganz Bratislava. Es dauert zwar ein wenig bis man das Bistro St. Germain findet, da es sich auf der Rückseite bzw. im Innenhof eines Gebäudes befindet, das Suchen lohnt sich aber definitiv.

Luculus Eissalon

Dort haben wir uns uuur leckeres Eis geholt! Ist zwar nicht ganz billig, schmeckt aber wirklich total lecker. Die Eissorten werden außerdem extrem ansprechend präsentiert und man kann zwischen den unterschiedlichsten Stanitzeln auswählen. Ich habe mich für ein schwarzes Stanitzel entschieden und habe die Sorten Cookies (WHAT ELSE?!) und Hawaii probiert. Hier findet ihr noch mehr leckere Eisbilder vom Luculus, bei denen man wirklich sofort Gusto bekommt.

Worth a visit

Unter anderem bin ich auch diesmal wieder beim Urban House vorbei spaziert, dieses Lokal kannte ich bereits von meinem letzten Besuch in Bratislava. Noch immer bin ich von industrialen Stil des Café-Restaurants überzeugt. Auch der Gastgarten lädt zum gemütlichen verweilen ein. Weiters sind mir noch ein paar Lokale ins Auge gesprungen: Bistro Soho, Nata Lisboa –  also um Pastel de Nata zu naschen, muss man nicht unbedingt nach Lissabon, hehe, Kapucino, La Donuteria und Foostock. Alles eher fancy instagram-friendly Lokale, I’m sorry!

 

Ich hab mir aber auch ein paar traditionelle, slowakische Lokale herausgesucht: Modrá Hviezda in der Nähe der Burg, Prašná bašta beim Michaelertor und Mestiansky pivovarGood to know:  das slowakische Nationalgericht heißt übrigens Bryndzové halušky, dt. Brimsennocken. Es handelt sich dabei und Nockerl, die mit der Schafskäsesorte Bryndza und Speck serviert werden. Ein weiteres bekanntes Gericht sind Sauerkrautnocken, strapačky oder auch kapustové halušky. Typisch slowakische Nachspeisen sind zum Beispiel das Bratislavské rožky, das Pressburger Kipferl, Trdelník, also Baumkuchen und auch Makové šúľance, die Mohnnudeln.

 



 

So, das ist mein kleiner aber feiner Bratislava Travel-Guide. Beim Gestalten habe ich mir sehr viel Mühe gegeben, ich bin gefühlte 100 Stunden vor meinem Laptop gesessen, hehe. Ich hoffe, euch gefällt meine Designidee und ich konnte euch motivieren, eine Reise bzw. einen Tagesausflug nach Bratislava zu machen! Denn wie heißt es so schön?

Im Leben fehlt etwas, wenn man keine Reise geplant hat, auf die man sich freuen kann.