Um die Liste der Further Berge fortzusetzen, möchte ich euch heute die Tour auf den Gaisstein vorstellen. Der Gaisstein ist ein relativ unbekannter Aussichtsberg über Furth, der mit seinen 974 Metern Höhe ganz knapp unter den 1000-ern liegt und auf seinem felsigen Gipfel dennoch einen tollen Ausblick bietet. Für mich als Ur-Furtherin ist die Tour auf den Gaisstein natürlich nichts Neues, ich brauche da auch keine Wegbeschreibung mehr. Kennt man die Umgebung nicht, muss man beim Wandern aber ein bisschen aufpassen, denn die Tour ist großteils nicht markiert. Der Anstieg verläuft zuerst recht stetig bergauf, das letzte Stück durch den Wald ist dann schon etwas steiler und anstrengender.

Gemeinsam mit meiner Freundin Stefanie habe ich mich vergangenen Sommer spontan dazu entschlossen, mitten in der Nacht aufzubrechen, um den Sonnenaufgang vom Gaisstein aus zu beobachten. Mit unserer Handy-Taschenlampe sind wir durch die stockfinstere Nacht spaziert, haben gehofft, dass wir nicht mit einer Wildschweinfamilie zusammenstoßen und haben anschließend den Gipfel rechtzeitig vor den ersten Sonnenstrahlen erreicht. Ich kann euch diese Tour sehr ans Herz legen, für mich war sie eines meiner schönsten Erlebnisse im vergangenen Sommer und ich werde heuer bestimmt wieder eine Sonnenaufgangs-Tour auf den Gaisstein machen. By the way: hier findet ihr weitere Wanderungen, über die ich bereits berichtet habe.

Gaisstein Sonnenaufgang


Vom Ebeltal zum Gaissteiner Hof

Ausgangspunkt ist der Schotterparkplatz nach dem letzten Haus im Ebeltal. Direkt vom Parkplatz aus folgt man der ansteigenden Forststraße (ohne Markierung) Richtung Gaissteiner Hof. Die Forststraße steigt gleichmäßig durch den Wald bis hin zu den unteren Ausläufern der Wiesen des Gaissteiner Hofes. Man folgt dieser Forststraße weiter und erblickt bald den Hof Gaissteiner, der übrigens Meldestille für alpine Unfälle ist. Zwischen dem Hof und der Scheune wendet man sich nun nach links und erreicht die rote Markierung entlang einer Forststraße. Etwa 100 Meter nach dem Hof kommt man zu einem Wildgatter, das man durch eine Drehtür betritt. Innerhalb des Gatters folgt man der Forststraße einfach immer geradeaus bergauf. Nach diesem Anstieg erreicht man bald die Wiesen des verfallenen Hofes Himmelsreith. Etwa in der Mitte der Wiesen liegt der höchste Punkt, auf diesem Sattel wendet man sich nach rechts und überquert die Wiese, die an dieser Stelle jedoch weglos ist.

Himmelsreith


Über die Südflanke auf den Gaisstein

Nach dem Überqueren der Wiese hat man auch schon die steile und bewaldete Südflanke des Gaissteins erreicht. Den zum Gipfel führende Pfad erreicht man über einen Überstieg am Zaun, unscheinbar am Waldrand. Der Pfad, der ab hier mit Steinmännern markiert ist, steigt zuerst in gerader Linie durch den Wald an. Auf einem schwachen Rücken wendet sich der Pfad nach Nordwest, hier quert man den Südhang über Lichtungen. Nun dreht man sich wieder zurück nach Nordost und steigt steil hinauf in Richtung dem felsigen Gipfel.

Gaisstein


Gipfelkreuz und Rundumsicht

Über Steige auf den Felsen erreicht man das Gipfelkreuz auf 974 Metern. Außerdem findet man am Gaisstein eine Gedenktafel und eine Rastbank. Klappt man diese auf, findet man dort das Gipfelbuch und eine Schnapsflasche. Passt auf, hinter dem Gipfel geht es direkt steil runter in die Tiefe. Bei unserer Sonnenuntergangtour haben wir uns hingesetzt, Tee getrunken und die Ruhe genossen. Am Gaisstein ist es übrigens keine Seltenheit, dass einem Steinböcke begegnen, haltet die Augen offen. Außerdem gibt es oben auch einen Geo-Caching Spot.


Retour am gleichen Weg

Retour wählt man wieder denselben Weg, zurück über Himmelsreith und Gaissteiner Hof in Richtung Parkplatz im Ebeltal. Je nach Saison findet ihr am Rückweg Unmengen an Brombeer- und Haselnüsssträuchern. Nach dem Beenden der Tour kann ich euch eine Einkehr bei der Jausenstation Reischer in der Steinwandklamm oder beim Furtherwirt Reischer-Hönigsberger empfehlen, wo es im Sommer leckeres selbstgemachtes Eis gibt.

Tourdaten:
5,88 km | 410 hm | 02:30 h | normale Wanderausrüstung