Heute ist mir etwas passiert, das mich mal wieder zum Nachdenken gebracht hat. In der Arbeit habe ich im Laufe des Tages von einer Bewerbung gehört, alles ja eigentlich ganz normal und nichts außergewöhnliches, doch dann wurde der Lebenslauf erwähnt. Und im Lebenslauf speziell die Hobbys. Dort stand nämlich angeführt…

 Das Surfen in sozialen Netzwerken.

So. Ich weiß ja nicht, ob nur ich geschockt über dieses „Hobby“ bin, oder ob man das Surfen in sozialen Netzen in der heutigen Zeit wirklich schon als Hobby bezeichnen kann. Egal ob Facebook, Instagram, Twitter, Snapchat, Pinterest oder WhatsApp, wir alle kennen diese sozialen Netzwerke und einige von euch sind auch sicher auf allen erwähnten registriert und verbringen entsprechend viel Zeit damit. Laut diversen Statistiken besuchen etwa 80 % aller Jugendlichen diese Seiten täglich oder zumindest mehrmals die Woche. Das beliebteste Netz ist übrigens Facebook, dicht gefolgt von Instagram.


Daily life

Der Tag wird von den meisten damit begonnen, gleich nach dem Aufwachen die neuesten Nachrichten auf WhatsApp, Instagram, Facebook etc. zu checken. Nach dem Aufstehen geht’s auch schon weiter, beobachtet mal bewusst eure Umgebung. Egal ob in Restaurants, der U-Bahn, im Bus – wirklich EGAL wo, überall sind die Smartphones präsent. Beispiel: Zwei Leute sitzen sich in einem Café gegenüber und beide gaffen nur blöd ins Handy. So etwas stört mich maßlos, fast keiner kann sich mehr richtig unterhalten.

Ihr dürft mich nicht falsch verstehen, ich bin die letzte, die jemanden verurteilen darf und möchte. Ich benutze soziale Netzwerke auch täglich, genauso wie (wahrscheinlich) jeder andere von euch. Ich schreibe auf WhatsApp, poste Fotos auf Instagram und schreibe Status-Updates auf Facebook. Jetzt zum großen ABER! Es würde mir NIE im Leben einfallen, das als mein Hobby zu bezeichnen.


Do what you love

Ich gehe gerne wandern oder auch einfach mal spazieren im Wald, lese gerne, fotografiere leidenschaftlich gerne, koche und backe neue Rezepte und zeichne gerne. DAS sind meine Hobbys! DAS macht mich glücklich und erfüllt mich mit einer inneren Ruhe und Zufriedenheit! Sicher nicht das Posten von Fotos auf Instagram und das Scrollen durch die Facebook Neuigkeiten. Sollte irgendwann der Zeitpunkt kommen, an dem ich das wirklich als mein Hobby betrachte, wird es für mich Zeit, alle meine Social Media Profile endgültig zu löschen.

Find the thing you’re most passionate about. Then do it on nights and weekends for the rest of your life.

Dieses Zitat würde ich noch mit days ergänzen. Und wollt ihr pausenlos nur durch soziale Netzwerke surfen? Also ich will das sicher nicht. Ich finde es erschreckend und wirklich traurig, dass es anscheinend schon so weit ist, dass man lieber auf Facebook ist, als draußen im Freien.


Die Balance macht’s aus

Ich bin keineswegs ein Gegner sozialer Netzwerke, na no na ned – ich führe diesen Blog, mit dem ich ja auch auf sämtlichen Netzen vertreten bin. Und auch den Blog zähle ich zu meinen Hobbys. Aber überlegt mal, was da eigentlich dahinter steckt. Kochen, fotografieren, Fotos bearbeiten, wandern…  Versteht ihr was ich meine? Dahinter stecken meine „realen“ Hobbys! Durch den Blog habe ich außerdem ein zusätzliches Hobby dazugewonnen, nämlich das Schreiben der Beiträge. Auch das macht mir einfach unglaublich Spaß.

Und ja, ich poste auch gerne Fotos auf Instagram aber darum geht es gar nicht, es geht mir nur darum, dass ich das einfach niemals als Hobby bezeichnen würde und möchte. Poste ich einmal kein Foto auf Instagram, dann ist mir das komplett egal. Schaue ich mal für eine Woche nicht auf Facebook, dann fehlt mir nichts. Könnte ich hingegen nicht mehr wandern, fotografieren, kochen etc., würde mich erstens das Fehlen meiner Hobbys einfach nur unglücklich machen und zweitens würde ich langfristig auch verhungern haha.

 

Facebook löschen - Social Media

Was, wenn wir einfach mal „LÖSCHEN“ bestätigen? Was, wenn es uns nicht schadet?


Social Media Fasten

Lustig finde ich auch, dass ich mir schon vor 3 Jahren Gedanken zu diesem Thema gemacht habe, obwohl die – nennen wir es einfach Social Media Sucht – damals sicher noch nicht so ausgeprägt war wie heute. Ich habe während der Fastenzeit sämtliche Social Media Apps auf meinem Smartphone komplett gelöscht und auch am Computer diese Seiten kein einziges Mal geöffnet. Und wie Sie sehen, sehen Sie nichts. Ich war danach nicht mal versessen darauf, endlich alle Apps wieder zu installieren, ich habe es sogar noch bis fast 2 Wochen nach der Fastenzeit einfach vergessen, weil es mir nicht gefehlt hat. Stellt euch vor, ich habe dieses gefährliche Pflaster, genannt „Smartphone ohne Facebook- und Instagram App“ betreten und lebe immer noch. Ja, sogar Geburtstag hatte ich damals während meiner Entzugsphase. Denkt nur an die ganzen unbeantworteten Glückwünsche auf meiner Facebook Timeline! Wie konnte ich nur?!

Kann Spuren von Zynismus und Sarkasmus enthalten.


So, Lästerrunde vorbei. Jetzt hab ich mir alles, was mir spontan zu diesem Thema eingefallen ist, von der Seele geschrieben. Danke auch an den Unbekannten, der mir mit seinem tollen Hobby im Lebenslauf wieder einen Denkanstoß verpasst hat. Wer sich mit diesem Beitrag angesprochen fühlt, den lade ich herzlich auf einen Wandertag und ein anschließendes selbst gekochtes Essen von und einer richtigen Unterhaltung mit mir ein. Handy bleibt zuhause – versteht sich, oder? Was ist eure Meinung zu diesem brisanten Thema? Ich würde mich sehr über eure Kommentare freuen, es interessiert mich nämlich wirklich, wie andere dieses Thema wahrnehmen. Meine Meinung habe ich euch am Ende nochmal in einem Satz zusammengefasst:

Soziale Netzwerke ja, aber Glück braucht keine Statusmeldung.