„The Mountains are calling and I must go“     – mal wieder trifft es dieser kleine Spruch sehr genau. Der Grund: für mich ging es letzten Samstag auf den Schneeberg. In diesem Blogpost erzähle ich euch von unserer wunderschönen, aber auch anspruchsvollen, Wanderung hinauf zum höchsten Punkt Niederösterreichs, dem Klosterwappen.

Ausgehend von Losenheim starten wir unsere Tour. Heute findet auch der Schneeberg-Lauf statt, die Läufer treffen wir anfangs in Puchberg, dann aber erst wieder oben am Gipfel. Um uns die ersten 500 Höhenmeter zu sparen, fahren wir mit der Salamander Sesselbahn hinauf. Die Karte für eine Berg- und Talfahrt kostet pro Person 10 Euro. Von der Edelweißhütte bei der Bergstation des Salamander Sessellifts folgen wir der gelben Markierung in den Wald hinein und starten unseren Aufstieg über den anspruchsvollen Fadensteig. Im Wald geht es schnell höher und schon bald erreichen wir die Felsregion. Vor der ich mich ehrlich gesagt ein bisschen gefürchtet habe. Es stellt sich heraus, dass alles nicht so schlimm ist, wie ich es erwartet habe.

Auf einigen Abschnitten ist es zwar sehr steil aber zur Absicherung sind bei diesen heiklen Passagen Seile vorhanden. Trittsicher sollte man auf jeden Fall sein und ein gutes Schuhwerk ist unumgänglich, da man auf dem groben Geröll sehr leicht ausrutscht. Nikes sehen zwar wirklich schön aus, ich rate euch aber davon ab, diese bei einer Schneeberg Wanderung zu tragen. Bald haben wir die ersten Felsbarrieren überwunden und wir erreichen eine Felswand, an der man ebenfalls mit Hilfe von Seilen höher steigt. Durch ein letztes, rutschiges Steilgelände erreicht man den Ausstieg auf das Plateau, wo wir von einem kräftigen Wind empfangen werden. An dieser Stelle hat man zwei Drittel der Höhenmeter geschafft, aber nur ein Drittel der gesamten Wegstrecke.


Über den Fadensteig auf den Schneeberg


Am Schneeberg-Plateau angekommen…

Am Plateau legen wir die erste Pause ein und genießen den Ausblick. Da der Wind aber sehr kalt ist, dauert diese Pause nicht lange und der Anstieg geht weiter. Über freie Hänge geht es stetig ansteigend hinauf zur Fischerhütte. Dieser Teil des Aufstiegs hat mir am Wenigsten gefallen. Warum? Die Abwechslung fehlt! Man geht und geht und sieht nur Himmel und die ansteigende Wiese vor sich. Die Fischerhütte liegt nämlich hinter einem höheren Punkt und ist deswegen erst unmittelbar vor dem Erreichen sichtbar. Von der Fischerhütte gehen wir direkt weiter zum Klosterwappen, dem höchsten Punkt in Niederösterreich auf 2075 Meter.

Für die Läufer des Schneeberglaufes ist an dieser Zwischenstation das Bergauf endlich vorbei, vom Klosterwappen aus geht es nur mehr bergab. Die Leute werden angefeuert und mit einem Applaus oben begrüßt und weitergeschickt. Oben ist es wirklich sehr kalt, man sollte immer genügend Kleidung zum Schichten mithaben. Beim Gipfelkreuz machen wir natürlich einige Fotos und machen uns dann auf den Rückweg zur Fischerhütte, in der wir einkehren.

Es findet dort gerade das Oktoberfest statt, bei dem eine Trachtenkapelle spielt, und wir erreichen die Hütte genau beim Bierfass-Anstich. (Ein Zufall über den sich Patrick sehr freut) Wir essen eine Kürbiscremesuppe, um uns aufzuwärmen und genießen die typisch österreichische Stimmung auf der Hütte. Den Aufstieg von der Edelweißhütte zum Klosterwappen haben wir mit einer Zeit von 1 Stunde und 50 Minuten geschafft. Da hab ich aber die Pause nicht eingerechnet, nur die reine Gehzeit!

Über den Fadensteig auf den SchneebergÜber den Fadensteig auf den Schneeberg


Und wieder runter…

Nach einer halbstündigen Pause brechen wir wieder auf und beginnen mit dem Abstieg. Da ich den steilen und felsigen Fadensteig nicht bergab gehen möchte, entscheiden wir uns für einen anderen Weg. Der Abstieg, die grüne Markierung, startet mit der Querung des Schauersteins über Almwiesen und durch eine Latschengasse geht der Weg abwärts zur Krempelhütte (Bergrettung). Achtung: bei Nässe ist auf diesem Weg besondere Vorsicht geboten, da der Weg über Steinplatten und rutschiges Geröll, an manchen Stellen sehr steil, bergab führt. Unsere Knie machen sich das erste Mal bemerkbar, denn durch das Sich-selber-bremsen beim Bergabgehen werden diese sehr stark beansprucht.

Weiter geht es am Fadenweg durch ein wunderschönes Waldstück (gefällt unseren Knie) hinunter bis zu einer unspektakulären Forststraße (gefällt unseren Knie nicht). Bei einer  Abzweigung geht man nach rechts und wechselt wieder auf einen Steig, der durch den Wald zurück zur Edelweißhütte, unserem Ausgangspunkt, führt. Für den Abstieg von der Fischerhütte zur Edelweißhütte brauchen wir 1 Stunde und 40 Minuten.

Insgesamt meistern wir die Wanderung also mit einer Gehzeit von 3 Stunden und 30 Minuten und ich denke, wir können wirklich stolz auf uns sein. Im Internet findet man Berichte, bei denen von einer Gehzeit von 7 Stunden gesprochen wird. Da wir unsere Liftkarte ausnutzen wollen, entscheiden wir uns auch bergab für die Sesselbahn. Glücklich und müde erreichen wir den Parkplatz und machen uns auf den Heimweg. Und hier sitze ich nun drei Stunden später, glücklich aber müde und schaue mir die Fotos von unserem wunderschönen Ausflug an und plane und freue mich dabei schon wieder auf unser nächstes Abenteuer.