Wir wollen alles, aber doch nichts richtig. Wollen Erfahrungen sammeln, uns aber auf keinen Fall festlegen. Wir wollen die Welt erobern, aber bitte mit möglichst wenig Aufwand. Wollen die Komfortzone verlassen, aber nur, wenn alles andere nicht zu weit entfernt ist. Wir sind Generation Y, wir sind zwar eigentlich zufrieden, aber eben doch nicht so richtig. Nichts genügt uns, es geht immer noch besser. Und ich glaube, es ist genau dieses Gefühl „zufrieden sein, aber irgendwie auch nicht“, das uns – also die Generation Y – manchmal echt unglücklich macht. Einfach zufrieden zu sein, mit dem was wir haben? Haha, dass wir nicht lachen! Das wäre viel zu einfach für jemanden der Generation Y, der sich vielleicht auch irgendwie in der Quarterlife-Crisis befindet.

Generation Y – wer zählt dazu?

Generation Y ist mit dem Internet aufgewachsen, immer online, kann sich nicht festlegen und ist kaum bis gar nicht zufrieden zu stellen. Nichts ist gut genug, es wird alles in Frage gestellt und immer nach dem Besten und Tollsten gestrebt. Bis zu einem gewissen Grad ist das ja auch gut so, manchmal habe ich aber leider das Gefühl, dass wir gar nicht mehr zufriedenzustellen sind. Kaum hat man sich einen Wunsch erfüllt, folgt der nächste, der bessere. Auch in der Arbeitswelt sieht es nicht anders aus. Jeder will einen noch besseren Beruf und läuft es mal nicht rund, sucht man sich sofort etwas Neues.


Hello Quarterlife-Crisis

Ich sitze mit meinen Freundinnen in dem angesagten neuen Burger-Laden und starre seit gefühlt 45,7 Minuten auf die Speisekarte. Cheeseburger oder doch ein BBQ Burger? Was mag ich lieber? Wieso esse ich überhaupt auswärts? Beides ist ungesund und kostet viel. Und apropos, wieso schmeiße ich mein Geld überhaupt so oft fürs Essen zum Fenster raus? Kann ich irgendwann mal ein Haus bauen und Kinder ernähren? Ach ja und wenn wir schon beim Thema sind: will ich überhaupt Kinder und ein Haus? Und wenn ja, wann?

Welcome to my daily business! Habt ihr schon mal von der Quarterlife-Crisis gehört? Ich bis vor kurzem nicht. Umso erstaunter war ich dann, als ich festgestellt habe, dass ich mich – obwohl ich erst 23 Jahre alt bin – anscheinend gerade mitten drin befinde. Die Midlife-Crisis, also jene Phase in der Lebensmitte, die von Zweifeln, Gedanken an verpasste Chancen und dem Wunsch nach Veränderung geprägt ist, ist uns allen ein Begriff. Die Quarterlife-Crisis ist noch nicht ganz so bekannt, sie beschreibt einen Unsicherheits-Zustand, der nach dem Erwachsenwerden auftritt.

„Ich bin [2X] Jahre alt und habe in meinem Leben noch nichts erreicht.“

Quarterlife-Crisis


Warum denken wir so?

Ein typisches Merkmal der Generation Y ist die „Lebenskrise“ mit Mitte 20. Doch woran liegt das? Kann es vielleicht sein, dass unsere Messlatte für Zufriedenheit einfach viel zu hoch liegt? Seien wir ehrlich, früher hätte es dieses Phänomen nicht gegeben. Als meine Mama in meinem Alter war, also Mitte 20, war ich bereits auf dem Weg und selbstverständlich war sie auch schon verheiratet. Und dann gibt es da auch noch mich, 23 Jahre später, manchmal verzweifelt vor dem Fernseher sitzend, weil ich die letzten paar Chips nicht mehr aus der Dose bekomme.

Wenn alle Türen offenstehen…

Alle um mich herum scheinen total glücklich mit ihrem Leben, ihrem Alltag, ihrer Uni-Richtung, ihrem Job … ich hingegen hinterfrage immer öfter den Sinn hinter all dem. Will ich das, was ich mache, überhaupt wirklich machen? Hat das alles überhaupt einen Sinn? Hätte ich es nicht doch anders machen sollen? Nach der Schule wollte ich arbeiten, das stand fest. Will ich es jetzt auch noch? Diese Frage kann ich nach dreijährigem Zweifeln jetzt mit einem JA beantworten. Meine derzeitige Arbeit, der ich seit fast einem Jahr nachgehe, macht mir Spaß, fordert mich und passt zu mir.

Was ist der Auslöser dieser Crisis, die für viele vielleicht als klassisches Luxusproblem der Millenials zählt? Denn seien wir ehrlich. Uns jungen Menschen geht es nicht schlecht. Uns stehen alle Türen offen, wir können alles schaffen und alles werden. Warum jammern wir also eigentlich? Ich denke, die Antwort ist ganz einfach: ja, genau deswegen. Der Druck, etwas und jemand sein zu wollen ist einfach sehr groß. Wahrscheinlich bin ich nicht die einzige, die sich als Teenager einen „Lebensplan“ gemacht hat, oder? Würde ich diesen Plan noch verfolgen, wäre es höchste Zeit, endlich loszulegen, um mit 25 das wunderschöne Haus mit Garten und die zwei Kinder fertig zu bekommen, haha. Und dazwischen sollte ja auch noch irgendwann geheiratet werden! Nein, Spaß beiseite. Dieser Plan wurde schon lange über Bord geworfen. Aus heutiger Sicht betrachtet, finde ich es sogar irgendwie befremdlich, dass Freunde in meinem Alter bereits heiraten und Kinder haben.

Was kann man dagegen tun?

Ich glaube, es gibt keine einfache Formel, die diese Krise beseitigt. Ich denke, man sollte einfach – entschuldigt die Wortwahl – viel öfter auf gewissen Dinge schei*en und sich verdammt noch Mal nicht so viel Stress machen. Wir haben noch immer einen so großen Teil unseres Lebens vor uns und egal wie sehr wir uns unser momentanes Leben auch „versauen“, auf lange Sicht wird es wahrscheinlich gar nicht so schlimm sein. Also machen wir am besten einfach das, worauf wir Lust haben, ohne zu überlegen, was passiert aber wenn … einfach mal machen.