Thoughts

Mach dir nicht so viele Gedanken

20. April 2018

„Denk nicht so viel nach“ – ein Satz, den ich in meinem bisherigen Leben nicht erst einmal gehört habe. Ein Satz, den ich genau genommen pausenlos höre. Ein Satz, den ich mir auch oft selbst immer wieder sage. Ob es mir etwas bringt, diesen Satz ständig im Ohr zu haben? Nein, nicht wirklich. Denn dieser Satz ist zwar sehr schnell gesagt, aber mir wirklich keine Gedanken machen… ist für mich oft ein Ding der Unmöglichkeit. Das bin einfach nicht ich. Ich bin ein Kopfmensch.

Ich mache mir pausenlos Gedanken. Das „Zerdenken“ von Situationen, Unterhaltungen, jeder meiner eigenen Handlungen, jeder Handlung anderer, jedes Gefühls ist mir nichts Neues. Manchmal wundere ich mich, wieso ich so oft Kopfweh habe. Wenn ich aber mal genau darüber nachdenke (wären wir schon wieder beim Thema), dann wundert mich diese Tatsache eigentlich gar nicht mehr. Schon als Kind habe ich immer extrem lange gebraucht, um am Abend einzuschlafen und so geht es mir auch heute noch. In meinem Kopf ist es einfach nie still.

Was, wenn du schlafen willst, aber im Kopf brennt noch Licht?

 

Gedanken-Nachholbedarf?

Dass diese Viel-Denk-Eigenschaft viele Nachteile mit sich bringt, muss ich wohl nicht extra erwähnen. Jeder Schritt ist durchdacht und jede Entscheidung genau abgewogen. Doch manchmal kommt etwas dazwischen, genannt Leben, und wirft einen Denker dann total aus der Bahn. Wenn ein Denker nämlich mal nicht nachdenkt, sondern einfach macht, hat er danach quasi Denk-Aufholbedarf. Er hat ja schließlich mal kurz nicht nachgedacht und weiß jetzt vermutlich erst mal nicht, wie er mit seiner Lage umgehen soll.

Herzmensch sein

So, jetzt hat man also mal was gemacht, ganz ohne Denken. Und jetzt? Tja, we have to deal with it! Es bringt einfach nichts, Entscheidungen und Handlungen im Nachhinein zu „zerdenken“. Denn zu viel nachdenken ist wie schaukeln, man ist zwar beschäftigt, aber es bringt uns nicht weiter. Im Gegenteil. Also einfach mal machen, einfach mal loslassen. Dem Feind, genannt Bauchgefühl, mal den Vortritt lassen.

Das heißt jetzt bestimmt nicht, dass ich vorhabe, nie wieder über etwas nachzudenken und alles nur mehr aus dem Bauch heraus entscheiden werde. Aber ich habe vor, öfter einfach das zu tun, was mich wirklich glücklich macht, und nicht das, was unter Umständen am besten ist. Und wenn ich danach bemerke, dass eine meiner Entscheidungen doch nicht ganz so klug war, naja, dann ist das einfach so. Vielleicht bin ich danach traurig und vielleicht bereue ich etwas sogar, aber ich darf dabei nicht vergessen, dass mich etwas, in dem Moment, in dem ich es gemacht habe, glücklich gemacht hat. Ich möchte viel öfter mal ein Herzmensch sein. Denn wie sagt ein Spruch so schön:

Das könnte dir auch gefallen

Keine Kommentare

Schreib mir einen Kommentar

*