Hallo, hier bin ich wieder. Ich habe mir gedacht, ich hole den Blog mal vorzeitig aus dem Winterschlaf. Warum? Naja, erstens habe ich wirklich schon lange nichts mehr veröffentlicht, zweitens hatte ich spontan wieder Lust dazu und drittens war ich Mitte Februar zum ersten Mal in London. Aus diesem Grund habe ich mir gedacht, ich schreibe euch einen kleinen Travel Guide für die Weltstadt. Kurzer Spoiler vorab: ich habe mich in London verliebt! Lange Zeit war Hamburg mein klarer Favorit, doch London hat Hamburg nun auf Platz 2 meiner Lieblingsstädte verdrängt. Und das ohne besonderen Aufwand.

London Flair

Ich weiß nicht genau woran es liegt, aber schon nach den ersten paar Stunden hat mich London in seinen Bann gezogen. Wir sind in den vier Tagen wirklich viel herum gekommen und haben die Tage so gut es ging genutzt. Dadurch konnte ich viele verschiedene Ecken der Stadt kennenlernen. Sowohl die klassischen touristischen Hotspots, als auch Gegenden, in denen wir uns nur zwischen Locals bewegt haben oder oft auch ganz alleine unterwegs waren auf der Straße. London bedeutet also nicht immer nur Menschenmassen und Gedränge.


Flug und Transfer nach London

Den Flug haben wir über Ryanair, bzw. Lauda Motion gebucht. Wir sind von Wien Schwechat nach London Stansted geflogen. In Schwechat haben wir am Mazur Parkplatz geparkt. Dieser ist, im Gegensatz zu den Parkplätzen direkt am Flughafen, wesentlich günstiger. Für vier Tage haben wir 44 Euro bezahlt. Schon vor dem Reiseantritt haben wir uns online ein Ticket für den Stansted Express gekauft, mit dem wir vom Flughafen problemlos in die Stadt (Liverpool Station) fahren konnten. Das Ticket kostet ca. 35 Euro für Hin- und Rückfahrt. Da wir relativ zeitig angekommen sind, waren im Zug nur wenige Touristen, dafür viel mehr Locals, die zur Arbeit gefahren sind. Wir haben dennoch einen Sitzplatz bekommen, was für die Fahrtzeit von ca. einer Stunde sehr angenehm war.


Geld wechseln/abheben

Ich habe mir in Österreich kein Geld wechseln lassen, sondern wollte das erst dort in London machen, bzw. einfach mit Karte bezahlen. Ich bin also in London am Flughafen zum Bankomat gegangen und wollte mir 90 Euro abheben. Statt das Geld direkt auszuzahlen, fragt der Automat noch, ob man die Bankomatkarte in der Heimatwährung, also Euro, belasten will. Er fragt: CONTINUE WITHOUT CONVERSION oder CONTINUE WITH CONVERSION. Wählt immer WITHOUT conversion. Dieser „Service“ nennt sich Dynamic Currency Conversion (dynamische Währungsumrechnung) und ist in meinen Augen die reinste Abzocke. Mehr hierzu erfahrt ihr hier. Kurz zusammengefasst: ich habe 90 £ abgehoben, hierfür wurden mir 94,90 Euro (total ok) abgebucht. Hätte ich „WITH conversion“ gedrückt, hätte man mir 114 (!!!!) Euro abgebucht. Dieser Tipp ist also wirklich Gold wert!


Underground Netz

Bei der Liverpool Station sind wir dann ganz einfach ins Underground Netz umgestiegen. Ich bin ein Mensch, der U-Bahnen im Ausland immer sehr verwirrend findet. Die Londoner Underground habe ich aber, zu meiner eigenen Verwunderung, sofort durchschaut und fand sie sehr übersichtlich. Es ist alles super beschrieben, man findet sich einfach sofort zurecht. Wieder etwas, das wir uns bereits in Österreich vor unserer Abreise bestellt haben: die Oyster Card. Will man bei den Öffis Geld sparen, so kommt man um die Oyster Card praktisch nicht herum. Es handelt sich um eine Karte, die man mit einem gewissen Betrag aufladen kann und dann bei jeder Fahrt auf einen Scanner legt, der einem dann das „Drehkreuz“ bzw. den Schranken zur Underground öffnet. Der Betrag wird dann automatisch von der Karte abgebucht und man kann diese an vielen Underground Stationen problemlos wieder aufladen, wenn man noch mehr Fahrt-Kontingent braucht. Ihr könnt am Tag so viel fahren wie ihr wollt, mit der Oyster Card werden euch pro Tag höchstens 7 £ abgebucht. Eine Fahrt kostet ohne Oyster Card 4,90 £, was natürlich sehr teuer ist!

good2know:  Oyster Card beim Rein- und Rausgehen aus der Underground immer griffbereit halten, die Locals mögen es gar nicht, wenn man die Karte erst direkt vorm Aus- bzw. Eingang sucht.


Hotel

Wir haben im The Z Hotel City gewohnt. Das Hotel, gelegen in der Fleet Street – unweit von der St. Pauls Cathedral, hat uns überzeugt. Eine Wichtige Info: die Zimmer sind wirklich klein, für einen Vier-Tages Trip aber völlig ausreichend. Einzig ein kleiner Stauraum fürs Gepäck wäre schön gewesen. Wir haben aber die vier Tage auch problemlos aus unseren Koffern gelebt. Der Ausblick aus unserem Fenster war übrigens genial, wir haben die Temple Church (Robert Langdon Fans will understand) und sogar London Eye gesehen! Das Hotel ist modern, sauber, das Personal sehr hilfsbereit und freundlich, man hat die Möglichkeit, im Zest Café nebenan zu frühstücken und man geht nur ca. sechs Minuten zur nächsten Underground Station Temple. Wir hatten sogar eine „uns bekannte“ Steckdose und einen tollen Föhn (bei meinen Haaren essenziell) im Zimmer, wir hätten unseren Steckdosen-Adapter also gar nicht unbedingt gebraucht. Ich würde das Hotel auf jeden Fall wieder buchen, da alles problemlos funktioniert hat. Unsere Koffer konnten wir sowohl am Anreisetag vor dem Check-In, als auch am Abreisetag nach dem Check-Out im Hotel zwischenlagern.

good2know:  Steckdosen-Adapter mitnehmen, in London gibt es andere Steckdosen!

 


Essen in London

Eines kann ich euch sagen: London ist sehr sehr teuer. In einem Restaurant ist es nicht ungewöhnlich, für einfache Spaghetti Bolognese 15 £ zu bezahlen. Das sind etwa 17,50 Euro. Klar habe ich mir vorher auf Instagram unzählige tolle Fotos von Lokalen angesehen, im Endeffekt haben wir aber keines von diesen besucht. Warum? Weil ich von diesem (dummen) Instagram-Food-Trip irgendwie wegkommen möchte, ich finde es nämlich nicht wirklich sinnvoll, Unmengen an Geld für Essen auszugeben, das vermutlich nicht mal besonders schmeckt, sondern nur instagram-friendly aussieht. Was und wo haben wir stattdessen gegessen?

Pret a Manger

In London stolpert man quasi an JEDER Ecke über einen Pret. Bei Pret a manger findet man täglich frisch zubereitete Suppen, Sandwiches, Baguettes und Wraps in Bio Qualität. Außerdem gibt es eine große Auswahl an Müsli und Früchten. Ist zwar auch nicht ganz sooo billig, man spart sich aber trotzdem viel Geld, wenn man bei Pret a Manger isst, anstatt in einem gehypten London-Instagram-Frühstückslokal, wo man allein für ein Porridge schon 10 £ bezahlt.

good2know:  isst man bei Pret direkt im Lokal, bezahlt man ein klein wenig mehr. Take Away ist günstiger. Diese Info findet ihr dort aber auch direkt auf den Preisschildern.

Tesco

Was wir auch oft gemacht haben, ist zu Tesco zu gehen. Auch dort findet man eine große Auswahl an Salaten, Sandwiches und Baguettes. Selbstverständlich haben wir uns auch einige britische Süßigkeiten mitgenommen, die es bei uns nicht zu kaufen gibt. Zum Beispiel Cadburry Oreo Bites – oooooh myyyyy goooood kann ich euch nur sagen, die waren 1A! In (fast) jedem Supermarkt in London findet man Selbstbedienungs-Kassen. Wir haben uns damit anfangs nicht ausgekannt, uns wurde aber sofort von einem Mitarbeiter geholfen. (Info am Rande: in London sind alle Menschen super freundlich und hilfsbereit, so zumindest meine Erfahrung) Die Kassen sind praktisch und man spart Zeit, da man sich bei keiner elendslangen Schlange anstellen muss.

good2know:  bei Tesco bekommt ihr ein/en gekennzeichnetes/n Sandwiche/Baguette/Salat, einen gekennzeichneten Snack (angefangen bei Süßem, über Chips und Saures bis hin zu frischem Obst) und ein gekennzeichnetes Getränk eurer Wahl um 3 £. Einfach im Supermarkt darauf schauen, welche der Produkte mit „3 £ Meal Deal“ beschriftet sind. So kann man sich Geld sparen und dennoch schnell und gut essen. Für Zwischendurch und als schnelles Abendessen die ideale Lösung.

Itsu

Bei Itsu findet man gutes Sushi zu einem fairen Preis, vor allem für Londoner Verhältnisse. Die Auswahl ist nicht übertrieben groß, aber dennoch ausreichend. Man kann bei Itsu auch warme Speisen, wie Reis- und Nudelboxen bestellen. Eine halbe Stunde vor Ladenschluss erhält man alle kalten Speisen (Sushiboxen, Edamame, etc.) zum halben Preis. Trotz Restaurant-Kette finde ich Itsu geschmacklich empfehlenswert. Man muss sich nur bewusst sein, dass dort „Massen“ abgefertigt werden und die Atmosphäre zu bestimmten Tageszeit eher hektisch ist. Wir waren kurz vor Ladenschluss dort, da war es sehr ruhig. Für eine Reisbowl mit Teriyaki Chicken, eine Nudelbowl mit Chili Chicken, Avocado Maki (14 Stück), Edamame und Gyoza (8 Stück) haben wir umgerechnet 30 Euro bezahlt. Hätten wir in einem angesagten Instagram-Sushi Lokal gegessen, hätten wir wahrscheinlich das doppelte, wenn nicht das dreifache bezahlt.

good2know: man kann das Essen auch mitnehmen und im Hotel oder in einem Park essen


  • Oyster Card und Tickets für den Stansted Express vorher buchen bzw. bestellen
  • Tickets für Sehenswürdigkeiten vorher online buchen
  • Geld abheben immer WITHOUT conversion
  • Museen kostenlos besuchen
  • günstig essen bei Pret a Manger und Teso

Ausflüge und Aktivitäten

Trotz der Tatsache, dass sich London preislich eher in einem hohen Level wiederfindet, kann man, gerade bei „touristischen“ Aktivitäten, wie einem Museumsbesuch ordentlich Geld sparen. Denn der Eintritt in viele Londoner Museen ist kostenlos. Ich habe einige Beispiele für euch herausgesucht und denke, es ist für jeden Geschmack das Richtige dabei.

  • Natural History Museum
  • British Museum
  • Tate Modern
  • National Gallery
  • Science Museum
  • Victoria & Albert Museum
  • Imperial War Museum

 

 

Aussicht genießen

Die bekannteste Aussichtsplattform in London befindet sich am The Shard Tower, dem höchsten Gebäude Londons. Das einfachste Ticket hierfür kostet umgerechnet 32 Euro. Ich habe mich vorher aber schlau gemacht und einige andere Aussichtsalternativen gefunden, die komplett kostenlos sind. So zum Beispiel auch die Aussichtsplattform am One New Change Einkaufszentrum. Wie kommt ihr da rauf? Einfach im One New Change mit dem Lift in den 6. Stock fahren. Ein weiterer Tipp ist der Besuch im Sky Garden. Der Besuch in Londons höchstem Park ist auch kostenlos, man muss sich nur vorher anmelden. Es gibt im Skygarden auch einige Restaurants und Bars, die man besuchen kann. Wir waren aber nur der Aussicht wegen im Sky Garden, da die Restaurants – wer hätte es sich gedacht – preislich wieder nicht ganz meinen Vorstellungen entsprachen. Und auch im Tate Modern gibt es eine kostenlose Aussichtsplattform.


Weitere Tipps

Seid ihr kein Freund von ungeheuerlichen Menschenmassen, dann solltet ihr typische Touristen-Aktionen, wie zum Beispiel Changing of the Guards beim Buckingham Palace oder eine Fahrt mit dem London Eye meiden. Ich hatte mir bereits vor meinem Reiseantritt ein Programm zusammengeschrieben, das ich aber ziemlich schnell fallen lassen habe, bzw. nur mehr zur Orientierung hergenommen habe. Ich kann euch nur den Tipp geben: plant nicht zu viel. Lasst euch einfach durch die Stadt treiben, geht nicht streng nach der Google Maps Route, sondern wählt lieber Seitenstraßen. So schafft ihr es, den Touristenmassen zu entfliehen und den eigentlichen Charme der Stadt zu entdecken. Spaziert durch einen der vielen Londoner Parks, zum Beispiel den Hyde Park (dort findet man zutrauliche Eichhörnchen), oder zum Beispiel durch das Stadtviertel Notting Hill. Meidet die Hauptstraßen, entscheidet euch für die Umwege – ihr werdet es bestimmt nicht bereuen.

FUN FACT: am allerersten Tag, nachdem wir zum allerersten Mal in die Stadt gefahren sind, haben wir gleich nach dem Aussteigen aus der Underground in einer Seitengasse, während wir bei einer Ampel gestanden sind, die Queen im Auto vorbeifahren sehen. So viel also zum Thema Seitenstraßen nehmen. 🙂

Wir sind in den vier Tagen seeeehr viel gelaufen und haben insgesamt 61 Fuß-Kilometer zurück gelegt. Im nächsten Post verrate ich euch, was wir in den vier Tagen alles gesehen haben und gebe euch einen kleinen Travel-Guide. Ich hoffe, wir lesen uns bald wieder.