Hello again. Wir ihr vielleicht mitbekommen habt, habe ich meine letzten Monate Blog-frei gehalten. Vor kurzem habe ich mich  aber mit meinem London-Beitrag wieder zurück gemeldet. Ich wusste vorher einfach nicht, worüber ich schreiben hätte sollen. Doch genug gesagt, heute möchte ich euch eine DIY-Idee vorstellen. Mein ganzer Jänner bestand zu 98 % aus der Gestaltung zweier Monopolys. Anfang Jänner hatte ich nämlich eine Blitzidee: ich möchte ein Harry Potter Monopoly haben. Dieses gibt es leider nicht zu kaufen. Ich habe also das Internet durchforstet und bin sofort auf unzählige Anleitungen und Vorlagen gestoßen. Allerdings alle Englisch, das wollte ich aber nicht. Ich habe mich also kurzerhand dazu entschlossen, ein komplett neues und eigenes Monopoly zu basteln.

Was braucht man zum Basteln?

 

  • Papierbogen, Mindestmaß 50,5 x 50,5 cm (besser größer)
  • am besten ein komplettes gebrauchtes Monopoly Spiel-Set
  • dünner schwarzer Permanentmarker
  • schwarzer Fineliner
  • Buntstifte
  • Farblack in schwarz (und eventuell silber)
  • 3 kleine Plastikboxen für die Aufbewahrung der Karten und der Häuser
  • Laminier-Gerät und Laminier-Folien
  • Schere oder besser ein Schneidegerät
  • Uhu Kleber (ein Kleber, der das Papier nicht aufweicht)
  • Cutter
  • Acrylfarbe in braun und schwarz
  • Schwamm
  • braunes Verpackungspapier
  • Selbstklebefolie

 


Phase 1

Ich kann euch eigentlich gar keine 1:1 Anleitung geben, ich bin ziemlich planlos an die Sache herangegangen. Ich habe damit begonnen, mir einen Spielplan grob zu skizzieren, auf dem ich alle Felder benannt habe. Danach habe ich mir alle Aktionskarten und Grundstückskarten überlegt, diese dann am PC grafisch designt und anschließend ausgedruckt. Ich wollte alle Aktionskarten im Harry Potter Design haben, so wurde die Gefängnis-Freikarte zur „Askaban-Freikarte“ und Aktionskarten, wie zum Beispiel „Besenradar – du bist zu schnell geflogen, zahle 200 Galleonen Strafe“ wurden erfunden. Diese Karten habe ich mit der Hilfe einer Schneidmaschine ausgeschnitten, laminiert und anschließend nochmals zugeschnitten. Danach habe ich die Geldscheine gestaltet und ausgedruckt. Diese müssen nicht laminiert werden, die sind ja beim echten Monopoly auch nur „einfaches“ Papier. Das Ausschneiden nimmt übrigens unglaublich viel Zeit in Anspruch, trotz der Verwendung einer Schneidmaschine.

 

5.
überlegt euch ein Design, bzw. in welcher Optik ihr euer Spielbrett haben möchtet
Schlicht, used-Look, „altmodisch“, klassisches Monopoly Design?

 


Phase 2

Schritt 2 war mit Abstand der aufwendigste und langwierigste Teil des ganzen Bastelprozesses: die Gestaltung des Spielbretts. Ich habe ein altes Monopoly auf willhaben.at ersteigert, da ich mein Spielbrett (zwecks Stabilität) auf das alte Brett draufkleben wollte. Ich wusste außerdem, dass das Spielbrett ca. 50,5 x 50,5 cm hat. Nachdem ich mir einen großen Papierbogen besorgt habe, habe ich damit begonnen, das Spielbrett mit einem 30 cm Lineal und einem Geodreieck zu skizzieren. Anschließend habe ich braune und rote Acrylfarbe mit Wasser gemischt und mit einem Schwamm ganz leicht auf den Papierbogen getupft, um dem Papier einen Used-Look zu verpassen. Tja, danach begann auch schon das Beschriften der Felder. Ich habe mir alles mit Bleistift vorgezeichnet und anschließend mit schwarzen Permanentmarkern in zwei unterschiedlichen Größen nachgezogen bzw. ausgemalt. Das gesamte Spielbrett wurde von mir handgezeichnet.

Das Bemalen des Spielbretts hat insgesamt 7,5 Stunden gedauert. Man glaubt es vielleicht nicht, aber dieser Schritt nimmt wirklich einiges an Zeit in Anspruch. Vor allem, wenn man so perfektionistisch ist, wie ich es bin. Ich habe den Papierbogen dann vorsichtig auf das Originalspielbrett geklebt und mit einem Cutter die passenden Seiten eingeschnitten, sodass man das Spielbrett wieder zusammenfalten kann. Das Einschneiden war gar nicht so einfach, man muss da wirklich aufpassen, sonst macht man sich die siebenstündige Arbeit schnell wieder zunichte.

 


Phase 3

Wie bereits erwähnt, bin ich ein kleiner Perfektionist. Ich wollte also wirklich alles im Harry Potter Design haben, angefangen beim Spielbrett, über die Aktionskarten, die Spielregeln, die Häuser und Anwesen und natürlich auch die Verpackung. Die Verpackung wurde von meiner Mama mit braunem Packpapier überzogen und von mir anschließend wieder mit einem Schwamm und Acrylfarbe bemalt. Das Innenleben der Schachtel, die Standardhäuser und Anwesen in rot und grün, sowie kleine Aufbewahrungsboxen aus Plastik wurden schwarz-silber lackiert. Die Spielregeln habe ich ebenfalls in „Harry Potter-Sprache“ umgedichtet, ausgedruckt, ausgeschnitten und mir zusätzlich eine Kuvert-Vorlage ausgedruckt, die ich gefaltet habe und in die ich die Regeln dann hineingelegt habe. Nachdem so gut wie alles fertig vorbereitet war, habe ich damit begonnen, das Monopoly wieder in seine ursprüngliche Schachtel zu verpacken. Als ich das fertige Ergebnis gesehen habe, war ich selber überrascht und stolz, da ich mit so einem Ergebnis echt nicht gerechnet hätte.

 


Phase 4

Der vierte Schritt bestand dann darin, dass ich gar nicht mehr wusste, was ich mit meiner Zeit anstellen sollte, nachdem ich die Monopolys fertiggestellt habe, hehe. Ich bin tagelang bis mindestens Mitternacht, wenn nicht länger, gesessen und habe wirklich Herzblut in die Sache gesteckt. Selten habe ich mir bei einem Geschenk so viel Mühe gegeben und noch seltener ist das Ergebnis SO gut geworden. Nachdem sogar mein Bruder, der gar nichts mit Harry Potter am Hut hat und auch sonst kein Mann der lobenden Worte ist, gemeint hat: „Das schaut so gut aus, das würden dir Leute bestimmt um sehr viel Geld abkaufen“, war ich sogar noch stolzer als vorher.

Ich habe mir alle Vorlagen gesichert, vielleicht starte ich das Monopoly-Projekt ja in Zukunft nochmal. Zum Download veröffentlichen möchte ich diese aber hier nicht direkt, da mein Monopoly erstmal ein bzw. zwei kleine Unikate bleiben sollen. Falls jemand Interesse an den Vorlagen hat, kann er mir gerne hier schreiben. 🙂