Hier sitze ich. Es ist der 20. April 2020. Und drei Uhr nachts. Warum ich so spät noch wach bin? Mein Schlafrhythmus hat sich in den letzten Wochen etwas verändert. Doch nicht nur dieser. Eigentlich hat sich so circa alles verändert. Das ganze Leben. Und nicht nur meines, sondern das aller Menschen. Little did I know, dass sich das von mir am Silvester-Abend in Schladming bejubelte und gefeierte Jahr 2020 innerhalb von nur wenigen Monaten zum ziemlichen Desaster verwandelt. 2020 wird definitiv in die Geschichte eingehen, das steht fest. Ich habe es bis hierher noch nicht ausgesprochen, mein Unwort des Jahres. Doch ich komme ja doch nicht drum herum: Corona-Krise. In dieser Krise befinden sich derzeit alle.

Dieser Beitrag soll als Erinnerung dienen, eventuell kann ich mich dazu aufraffen, wieder öfter Beiträge zu veröffentlichen. Sozusagen, ein kleines Corona-Diary. Ich denke, diese Beiträge könnten in Zukunft interessant zu lesen sein. Ich halte diesen Beitrag bewusst sehr kurz und schreibe jetzt mal einfach drauf los, let’s go.


My 3am Corona-Thoughts

Restaurants sind zu, Großveranstaltungen wurden abgesagt, Clubs sind geschlossen. Man sollte nur mit den Personen im eigenen Haushalt Kontakt haben. Schutzmasken sind das neue Trend-Accessoire. Die Polizei kontrolliert verschärft. Viele Wiener flüchten sich nach Furth, die Parkplätze sind voll. Further trifft man jedoch kaum. Spazierengehen wird zum täglichen Highlight.

Ich koche viel. Wir essen gemeinsam. Oma schaut die heilige Messe der Further Kirche live auf meinem iPad. Bin froh, dass mein Opa, der letztes Jahr verstorben ist, diese turbulente Zeit nicht mehr miterleben muss. Ich habe meinen Bruder schon viel zu lang nicht gesehen. Mein Geburtstag war, entgegen aller meiner Erwartungen, sehr schön und lustig. Geburtstagsparty auf Zoom. Skype, Zoom und TikTok sind neue Apps auf meinem Handy. Ich habe die Hofläden in unserer Gemeinde für mich entdeckt.

Ich habe Eis im neuen Eisgreissler Online-Shop bestellt. Alles wird kontaktlos geliefert. Wirtshäuser bieten Abholservice an. Warum zum Teufel habe ich Tiger Kind geschaut? Generell schaue ich viele Filme und Serien. Ich lese aber auch viel. Vor kurzem habe ich mir einen Aquarellfarbmalkasten bestellt. Puzzle bauen stand natürlich auch schon am Plan. Und ich habe Bananenbrot gebacken, Covid-19 is obviously sponsored by banana bread. Außerdem habe ich am Karsamstag meinen allerersten Striezel gebacken. Ich habe 8D-Musik entdeckt.

War seit langer Zeit wieder mal Rad gefahren. Und bin 21 Kilometer spazieren gegangen. Ich habe zur Zeit die Blasen meines Lebens an meinen Füßen. Seit letzter Woche arbeite ich vorerst nur mehr acht Stunden pro Woche, Corona-Kurzarbeit. Ich war seit über einem Monat nicht mehr tanken. Und auch nicht einkaufen. Ich habe dem Frühling beim Wachsen zugesehen. Habe mir auch eine sehr lange To-Do-Liste am iPhone geschrieben und sie liebevoll Covi-DO genannt. Davon sind leider die meisten Punkte schon abgehakt.

Ich habe alle meine Kästen aussortiert. Ich nehme mir nach jedem Aufräumen vor, mein Zimmer ordentlich zu halten. Mache es im Endeffekt aber doch nicht, weil Aufräumen auch wieder Zeit vertreibt. Und Zeit vertreiben ist derzeit wichtig. Ich habe überhaupt kein Zeitgefühl mehr und weiß meistens nicht, welchen Tag wir gerade haben. Ein Dienstag fühlt sich genauso an wie ein Samstag. Mein Wein-Konsum ist gestiegen. Ich war nach einem Zoom-Call zuhause alleine betrunken. Ich vermisse meine Freunde.

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Corona Krise 2020

To be continued.